Winterwanderung auf den Schliersberg

Winterwanderung auf den Schliersberg

Es ist ein wunderbarer Sonntagmorgen. München ist mit einer dünnen Schneeschicht überzogen. Wir sitzen im Zug, schauen aus dem Fenster und freuen uns auf unsere Winterwanderung auf den Schliersberg.

Nach knapp einer Stunde sind wir in Schliersee. Wir gehen die Werner-Bochmann-Straße entlang, biegen erst rechts in die Rathausstraße und dann links in die Leitnerstraße. Dort folgen wir der Beschilderung und nehmen den Wanderweg 673a zur Schliersbergalm. Auf dem Dekan-Maier-Weg geht es langsam bergauf. Wir kommen an der Talstation der Schliersbergbahn vorbei. Diese ist – wenn überhaupt – nur eine Option für den Rückweg. Schließlich wollen wir Wandern und uns nicht faul den Berg hinaufziehen lassen. So können wir auch in Ruhe die Häuser betrachten, an denen wir vorbeikommen. Ganz unterschiedliche Baustile – von alpenländisch bis modern – wechseln sich entlang der Serpentinenstraße ab. Fast ohne es zu merken gewinnen wir an Höhe.

Blick auf Schliersee

Bald ist der asphaltierte Teil der Straße zu Ende und wir gehen auf einer geschlossenen Schneedecke weiter. Es knarzt leise unter meinen Schuhen während ich Schritt für Schritt dem Verlauf des Weges folge. Die Sonnenstrahlen scheinen durch die Bäume und lassen den Schnee um uns herum glitzern. Wir hören Kinderstimmen und sehen, wie sie uns fröhlich auf ihren Schlitten entgegenkommen. Sie haben sich definitiv die beste Option für den Weg nach unten ausgesucht. Schneller als gedacht erreichen wir die Schliersbergalm, die wunderbar in der Sonne liegt und somit der ideale Ort für eine Brotzeit an der frischen Luft ist.

Schliersbergalm

Vor einer rustikalen Holzhütte setzen wir uns an einen massiven Holztisch und lassen uns unsere belegten Brote schmecken. Die Aussicht ist traumhaft.

Blick auf den Schliersee und die Brecherspitze

Nachdem wir uns satt gegessen und gesehen haben, brechen wir wieder auf. Wir wollen noch den Rundweg über den 1.265 Meter hohen Schliersberg gehen, der hier auch Rohnberg genannt wird. Dazu folgen wir dem Wanderweg 673. Dieser führt uns in den Wald. Nach all dem Sonnenschein wird es jetzt schattig. Als wir um eine Kurve biegen, fühle ich mich um Jahre zurückversetzt. Der Weg erinnert mich an den Aufstieg zur Drehhütte, zu der ich während meiner Schulzeit unzählige Male mit Freunden zum Schlittenfahren gepilgert bin. Mit einem inneren Lächeln geniesse ich diese kleine gedankliche Zeitreise. Wir kommen an eine Gabelung und biegen links ab.

Rundweg

Wir stapfen weiter durch den Wald. Weit und breit ist niemand zu sehen. Es ist winterlich still. Nach einem kurzen Anstieg kommen wir auf eine kleine Lichtung und können etwas in die Ferne blicken.

Auf dem Schliersberg
Aussicht auf dem Schliersberg

Dann führt uns der Weg wieder in den Wald. Die Bäume sind mit Schnee und Eis bedeckt und bilden eine von der Natur geschaffene Säulenhalle, die wir ehrfurchtsvoll durchschreiten. Es ist ein besonderer Moment.

Natürliche Säulenhalle

Die Schneedecke wird dicker und der Pfad schmaler. Wir müssen aufpassen, wo wir hintreten, wollen wir nicht knietief im Schnee versinken. Es geht leicht bergab. Einen klassischen Gipfel mit Rundum-Panoramablick gibt es auf dem Schliersberg nicht. Das macht aber gerade den besonderen Reiz dieser Winterwanderung aus.

Tiefer Schnee

Bald sind wir wieder an der Schliersbergalm. Wir machen eine kurze Pause und gehen dann hinab ins Tal. Da wir bis zur Abfahrt unseres Zuges noch etwas Zeit haben, spazieren wir durch den Ort und besuchen die sehr sehenswerte barocke Kirche St. Sixtus. Es beginnt zu schneien. Nur wenig später sitzen wir glücklich und zufrieden im Zug zurück nach München. Es war ein herrlicher Ausflug in eine wahrhaft paradiesische Ecke Oberbayerns.

Für unsere Wanderungen haben wir zwei Touren kombiniert: Zunächst die Winterwanderung auf die Schliersbergalm und dann – für den Rundweg über den Schliersberg – die Familientraumtour Schliersberg und Schliersbergalm. Wer aus dem Großraum München kommt und nicht mit dem Auto anreisen möchte, dem sei die Bayerische Oberlandbahn (BOB) ans Herz gelegt.

Fotos: Tim Kalbitzer

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