Eine Woche auf Achill Island

Eine Woche auf Achill Island

Im Nordwesten von Irland, im County Mayo, liegt ein Urlaubs- und Ferienparadies für Wanderer, Fahrradfahrer und Wassersportler: Achill Island.

Die Michael Davitt Bridge verbindet Achill Island mit der irischen Hauptinsel.

Die Taufe unserer Enkeltochter führte uns auf die größte Insel Irlands, die wir bei dieser Gelegenheit kennen und schätzen lernten. Da meine Frau und ich bisher weder in Irland noch auf Achill Island waren, buchten wir uns eine ganze Woche im Bervie ein, einer sehr guten und schönen Adresse direkt am Strand von Keel. Die einzelnen Häuser der Anlage bildeten früher eine Küstenwachstation, die von John und Elizabeth Barrett zu einer herrlichen Pension umgewandelt wurden. Durch die exponierte Lage fühlten wir uns hier sehr frei und direkt mit den Weiten des Atlantiks verbunden. Es bildete auch den idealen Ausgangspunkt für Ausflüge auf der Insel.

Das Bervie liegt direkt am großen weiten Strand von Keel, der ideal für lange Spaziergänge ist.
Im Garten des Bervie hat man einen fantastischen Blick auf die Höhen des Minaun.

Trawmore Strand

Den ersten Tag nach den Familienfeierlichkeiten genossen wir im Bervie und seiner nahen Umgebung. Der erste Weg führte uns natürlich direkt an den Strand. Uns präsentierte sich eine wundervolle Bucht. Der weite und sehr feine Sandstrand namens Trawmore Strand zieht sich in einem harmonischen Bogen über 4 km und verbindet die Orte Keel und Dookinella. Er ist insbesondere bei Kitesurfern beliebt, die von der Brandung des Atlantiks angezogen werden.

Der weitläufige Trawmore Strand zwischen Keel und Dookinella.
Viel Platz für Sport und Freizeit.

Wir spazierten stundenlang sowohl bei Ebbe als auch bei Flut an diesem herrlichen Strand, denn die seichte Bucht veränderte sich optisch immer wieder und bot herrliche Ansichten.

Deserted Village und Silver Strand

Nachdem wir uns in unserer Pension und am schönen Strand von Keel eingelebt hatten, unternahmen wir unseren ersten Ausflug an die Nordküste nach Dugort. Wir besichtigten zuerst das am unteren Südhang des Slievemore gelegene Deserted Village. Dieses verlassene Dorf besteht aus den Überresten von knapp einhundert traditionellen Steinhäuschen, die im frühen 20. Jahrhundert den Hirten im Sommer als Behausung dienten, die ihr Vieh an den Berghängen weideten.

Heute weiden zwischen den Überresten der ehemaligen Cottages Schafe, die von dem spärlichen Grün leben.

Nur ein paar Minuten später erreichten wir schon Dugort und staunten über die herrlichen Ausblicke auf den Silver Strand.

Das westliche Ufer des Silver Strand wird vom Slievemore, dem mit 671 Metern höchsten Berg auf Achill Island, überragt. Ein großartiger Anblick.

Keem Bay

Am nächsten Tag machten wir einen Ausflug zu einem besonderen Highlight: Keem Bay. In den Reiseführern wird diese als eine der schönsten Buchten Irlands beschrieben. Die Bucht erreicht man von Keel aus über eine gewundene Küstenstraße. Der wunderschöne, feine Sandstrand wird von Klippen umrahmt, im Osten durch die Abhänge des Croaghan, dem mit 668 Metern zweithöchsten Berg auf Achill Island. Dieser Ort ist auch der westlichste Punkt auf der Insel, den man mit dem Auto erreichen kann. Ab hier beginnt ein 1,5 km langer, atemberaubender Wanderweg zum Achill Head.

Wenn man sich auf der Landstraße Keem Bay nähert, hat man herrliche Ausblicke auf diese verborgen liegende Bucht.
Am feinen Sandstrand der Bucht sind immer einige Besucher unterwegs, die diesen besonderen Ort schätzen.
In den Fünfziger- und Sechzigerjahren war Keem Bay der Mittelpunkt des Haifischfangs auf Achill Island. Das Cottage am Strand der Bucht ist der einzige Zeitzeuge aus dieser Ära.

Nach unserer Rückkehr ins Bervie konnten wir die herrlichen Eindrücke des Tages am Kamin bei einem guten Getränk nachwirken lassen.

Minaun

Der herrliche Ausblick vom Bervie auf die Bucht und die im Osten gelegenen Klippen animierte uns zu einem weiteren Ausflug. Der Minaun mit seinen 466 Metern lud uns zu sehr interessanten Ausblicken über die ganze Insel ein. Mit dem Auto konnten wir bis zu einer Sende- und Radarstation fahren. Von dort aus kann man in wenigen Schritten grandiose Bilder in allen Richtungen genießen.

Aus fast 500 Meter Höhe hat man einen sehr eindrucksvollen Blick auf den Trawmore Strand und den Westen der Insel.
Die lockere Bebauung auf Achill Island gestaltet die Landschaft sehr schön. Die weißen Häuser wirken wie helle Blüten auf frischem Grün.
Die weiten Moorflächen bedecken über 80 % der Insel.
Auch auf den Höhen des Minaun finden sich die für Achill Island so typischen Moore.

Atlantic Drive

Die Tage auf Achill Island gingen bei den vielen interessanten Erlebnissen sehr schnell vorbei. Auch das Wetter hatte es in dieser Woche besonders gut mit uns gemeint. Für unseren letzten Tag hatten wir uns noch etwas ganz Besonderes aufgehoben: Den atemberaubenden Atlantic Drive. Diese eindrucksvolle Straße führte uns entlang der Südspitze der Insel. Plötzlich wurden die ruhigen Wellen bei Achill Sound durch die raue Brandung des Atlantiks abgelöst. Es ist schon grandios und sehr bewegend, wenn man diese Kraft und Energie des Atlantiks längere Zeit erleben und beobachten kann. Diese Kraft des Meeres prallt jeden Tag 24 Stunden ungebremst auf die Küstenfelsen. Unglaublich!

Nach sehr eindrucksvollen Stopps auf dem Atlantic Drive verführte uns auf dem Heimweg zu unserer Pension ein altes Werbeschild zur Einkehr ins Lynotts, einem ganz authentischen Irish Pub. Und was tranken wir dort als Dankeschön und auf Wiedersehen für die sehr schönen Tage auf Achill Island? Natürlich ein frisches Guinness.

Wir fühlten uns sehr wohl auf Achill Island, dieser herrlichen Insel im Westen von Irland.

Großartige Tage!

Fotos: Winfried Kalbitzer

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